Blasenentzündungen der Frau

Die meisten Frauen machen in ihrem Leben eine oder mehrere Blasenentzündungen durch. Häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen und starker Harndrang sind die typischen Krankheitszeichen. Ursächlich ist das Eindringen von Bakterien in die Blase. Dafür wird meist keine eindeutige Ursache gefunden.

Manche Frauen sind von diesem Problem häufiger betroffen.

Blasenentzündungen führen meistens nicht zu Nierenentzündungen (Pyelonephritis), da das Zurückfließen von Urin in die Nieren durch den sogenannten Reflux-Mechanismus verhindert wird. Nierenentzündungen führen zu Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl und Schmerzen in den Flanken.

Mehr als die Hälfte der Frauen kann durch viel Trinken und die Einnahme von pflanzlichen Wirkstoffen die Bakterien aus der Blase ausspülen. Zusätzlich ggf. Einnahme eines Schmerzmittels.

Sollte dies nach einigen Tagen nicht gelingen ist eine Behandlung mit Antibiotika angezeigt. Meist erfolgt die Behandlung mit dem Medikament Monuril. Monuril wird einmalig eingenommen und wirkt selektiv an der Blase, macht meist keine Nebenwirkungen am Darm und führt nicht zu Scheidenpilz. Bei Auftreten von Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl und Flankenschmerzen liegt eine Nierenentzündungen vor, damit wird eine Vorstellung beim Arzt und Antibiotika-Behandlung notwendig!

Bei Patientinnen, die häufiger unter Blasenentzündungen leiden, sollten einmalig eine organische Abklärung mit Ultraschall, ggf. Röntgen und Blasenspiegelung (Cystoskopie) erfolgen.

 

Zwei wichtige Informationen:

  • Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass Blasenentzündungen vielleicht während einer gewissen Zeit häufiger auftreten und es gibt keine Frau, die ein Leben lang damit zu tun hat!
  • Manchmal erleichtert folgendes Verhalten den Umgang mit Blasenentzündungen:
    Die Entzündung kommt immer wenn Sie sie nicht brauchen können und oft kann die Entzündung nicht weggetrunken werden. Viele Frauen haben gute Erfahrungen damit gemacht, bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung SOFORT EINE Tablette eines Antibiotikums einzunehmen. Dies reicht meistens, da zu diesem Zeitpunkt erst sehr wenige Bakterien in der Blase sind! Zu dem treten die bei längerer Antibiotika-Behandlungen auftretenden Nebenwirkungen nicht auf! Zu dem ist es eher schwierig in der Nacht oder am Wochenende, wenn üblicherweise eine Blasenentzündung auftritt, einen Arzt aufzusuchen und dann noch in die Notfallapotheke zu fahren! Also: Sie sollten immer Antibiotika zu Hause haben!!! Dies ist ein seit Jahren bewährtes Vorgehen und Sie müssen keine Angst haben, dass die Medikamente ihre Wirkungen verlieren. Diese Resistenzentwicklung tritt eher bei längerfristiger Antibiotikabehandlung auf.

 

Und nun zu den Vorbeugetipps:

  • Mehr trinken, dann entleert sich die Blase häufiger und die Bakterien haben nicht so lange Zeit sich in der Blase zu vermehren. Wenn Ihr Urin über den ganzen Tag verteilt hell wie Wasser ist, haben Sie genug getrunken! Gelber Urin = Mehr Trinken. Sie können alles Trinken außer Fruchtsäften, denn diese führen zu alkalischen Urin, der das Wachstum von Bakterien fördert. Blasentees sind hilfreich.
  • Bei Kälteempfindlichkeit: die Omas haben recht: sich warm anziehen oder nach Kälteexposition sich von innen (warmes Getränk) und außen (Fußbad, Duschen, Bad) aufwärmen. – Auch kann es hilfreich sein eine Entspannungsübung zu erlernen, die längerfristig die Durchblutung fördert.
  • Nach der Liebe Blase entleeren und etwas trinken.
  • Übertriebene Genitalhygiene unterlassen.
  • Gelegentlich hilft die Einlage eines mit Naturjoghurt getränkten Tampons zum Aufbau der Scheidenflora.
  • Ähnliches kann vor allem bei älteren Frauen durch eine Hormonsalbenbehandlung der Scheide erreicht werden. Diese Hormone gelangen nicht in den Körper!
  • Jeder dritten Frau hilft eine Immunisierung. Dabei wird der Körper wie bei anderen Impfungen auch den abgetöteten Blasenbakterien ausgesetzt und  steigert so seine Abwehrkräfte gegen die Colibakterien.
  • … und manchmal haben Blasenentzündungen auch mit den Lebensumständen und der Lebensgeschichte zu tun. Beobachten Sie wann Sie eine Blasenentzündung befällt. Vielleicht können Sie auslösende Ursachen auch ändern. Manchmal kann dabei eine Lebensberatung (Psychotherapie) hilfreich sein.