Krebserkrankungen

Etwa ein Drittel der Krebserkrankungen finden sich an den Harnorganen. Somit ist jeder Urologe durch die Vielzahl der von ihm betreuten Krebserkrankungen ein Spezialist für diese Krebserkrankungen.

Wichtig zu wissen: Viele Krebserkrankungen sind heilbar oder man kann zumindest mit ihnen viele Jahre gut leben.

In der Praxis werden mehrere tausend Patienten mit Krebserkrankungen behandelt.

Zudem habe ich wie viele Kollegen nach meiner Facharztausbildung noch die Zusatzausbildung „Medikamentöse Tumortherapie“ erworben. Damit habe ich spezielle Kenntnisse und die Zulassung mit modernen Krebsmedikamenten und Chemotherapien Patienten in meiner Praxis zu behandeln. Dies bedeutet auch die Verpflichtung zur ständigen Weiterbildung und zur kollegialen Zusammenarbeit in Tumorzentren, mit Krankenhäusern und Onkologen. Des weiteren haben auch die Arzthelferinnen durch eine umfangreiche Weiterbildung und regelmäßige Fortbildungen in diesem Bereich spezielle Kenntnisse erworben.

Allgemeine Informationen zu Krebserkrankungen: , www.krebswegweiser.de, www.dkfz-heidelberg.de, www.krebsinformationsdienst.de, www.urologenportal.de, www.maennergesundheitsportal.de

 

Krebsdefinition:

  • Krebs ist eine Krankheit bei der Zellen beginnen, sich ungehemmt  zu vermehren. Am Ort der Entstehung (Primärtumor) kommt es meist spät zu Beschwerden. Über das Blut und die Lymphwege können Krebszellen im Körper streuen (Metastasen), die dann zum Tode führen können. Der Krankheitsdauer beträgt meist mehrere Jahre und anfangs bestehen keine Beschwerden. Diese treten meist erst bei großem Primärtumor oder bei Metastasen auf.
  • Krebs ist eine Krankheit, die bei Früherkennung oft heilbar ist , wobei unter Heilung verstanden wird, dass die Krankheit nicht fortschreitet und zum Tode führt. Bei Feststellung in einem fortgeschrittenem Stadium oft über viele Jahre schonend behandelt werden kann.
  • Die Behandlung kann mittels Operation, Bestrahlung oder Medikamenten erfolgen. Oft wird eine Kombinationstherapie angewandt. Manche sehr kleine Krebserkrankungen werden zunächst überwacht und erst bei Fortschreiten behandelt. Dies ist sinnvoll, weil die Behandlungen sich verbessern und bei einer Behandlung in einigen Jahren vielleicht bessere und schonendere Möglichkeiten bestehen. Komplementäre Behandlungsmethoden (Ernährung, Pflanzenstoffe, Bewegung, Spirituelles und vieles weiteres) können unterstützend wirken.

 

Prostatakrebs

Ist eine der häufigsten Krebs-Erkrankungen.
Bei Erst-Feststellung bestehen sehr unterschiedliche Ausprägungen: von sehr kleinem Krebs nur in der Prostata  bis selten schon Metastasen in mehreren Organen. Entsprechend unterschiedlich sind   auch die Krankheitsverläufe (mehr als 20 Jahre, manchmal auch nur 2 Jahre). Der Urologe braucht viel Erfahrung und es ist gelegentlich sinnvoll Patienten zu Zweitmeinungsberatungen in Tumorkonferenzen oder bei Spezialisten vor der Festlegung der Behandlung vorzustellen.

Die Behandlung sollte nach ausführlicher Aufklärung des Patienten und nach Leitlinie erfolgen.

Behandlungsarten: (siehe auch weiter unten) Grundsätzlich:  Bei „kleinen“ Krebserkrankungen kann die Entwicklung der Erkrankung überwacht werden und erst bei Fortschreiten behandelt werden. Bei Behandlungsnotwendigkeit bestehen mehrere erfolgreiche Möglichkeiten: Operationen, Bestrahlungen und verschiedene Medikamente.

In Frühstadien ist Prostatakrebs meist heilbar, deshalb Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll. Die beste Methode ist die PSA-Bestimmung, denn Prostata-Krebs macht im Anfangsstadium keine Beschwerden und die Abtastung der Prostata vom Enddarm aus ist selten ausreichend genau. Genauere Untersuchungsmethoden sind in der Entwicklung. PSA wird nur in der Prostata produziert und ist somit ein Organmarker.

Ist die PSA-Bestimmung sinnvoll? = Ja

  • da Prostatakrebs im Anfangsstadium bei der Abtastung der Prostata oft nicht getastet werden kann und nur ein erhöhter PSA bestehen kann. Zu dem bereitet ein kleiner Krebs keine Beschwerden beim Wasserlassen.
  • folgendes Vorgehen ist empfehlenswert: Erste PSA-Bestimmung zwischen 40-45 Jahren. Wenn PSA geringer als 1 µg/l nächste Untersuchung nach 4 Jahren, bei Werten zwischen 1-4 µg/l jährliche Kontrollen. Bei Werten über 4 µg/l Prostata-Biopsie erwägen. Nach 75 Jahren PSA-Wertbestimmung nach individueller Entscheidung. Sollte ein erhöhter Wert festgestellt werden, sollte eine Kontrolle erfolgen bevor eine Prostata-Biopsie erwogen wird.
  • Damit ein korrekter PSA-Wert gemessen werden kann, sollte folgendes beachtet werden:
    • Es sollt keine Harnwegsentzündung bestehen.
    • In den 2 Tagen vor Blutabnahme kein Fahrradfahren und keine Sex.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine PSA-Bestimmung wollen, finden Sie Informationen unter www.krebsgesellschaft.de/download/patientenleitlinie_pca_früherkennung_2012.pdf (ausführliche Broschüre) und  www.psa-entscheidungshilfe.de.

Wenn Sie Ihr persönliches Risiko für das Vorliegen einer Prostata-Krebs-Erkrankung abschätzen wollen, finden die den Risiko-Berechner unter www.prostatecancer-riskcalculator.com.
Leider gibt es außer der Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata (Biopsie) derzeit noch keine verlässlichen Diagnosemöglichkeiten. PCA-3-Test und MRT, sowie Cholin-PET-CT sind nicht eindeutig.

Im Frühstadium werden oft sehr kleine und wenig aggressive Tumoren diagnostiziert. Dabei ist der PSA-Wert unter 10 µg/l, Befall nur eines oder 2 Stanzzylinder von 10 entnommenen Stanzzylindern mit einem wenig aggressivem Krebs (Gleason kleiner gleich 6). Diese können noch unserem heutige Wissen zunächst mittels ¼ jährlicher PSA-Bestimmung und erneuten Biopsien nach 1-2 Jahren überwacht werden (sogenannte active surveillance). Schreitet die Erkrankung fort, kann meist immer noch rechtzeitig behandelt werden. Und vielleicht gibt es dann schon wieder schonendere Behandlungsmethoden.

Über die letzten Jahre sind die Prostata-Operation (Gesamtentfernung der Prostata: „Radikale Prostatektomie“) und die Bestrahlungen effektiver geworden, sie führen zu höheren Heilungsraten. Des weiteren sind sie auch schonender bezüglich des Harnhaltens und der Potenz geworden. Ob die Roboter-unterstützte laparoskopische Operation („Da Vinci-Gerät“) besser und schonender als die Operation mit kleinem Bauchschnitt ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Bei fortschreitender Erkrankung haben sich in den letzten Jahren nach einer Hormonentzugsbehandlung neue Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Diese werden in der Praxis durchgeführt. So auch die Taxotere-Chemotherapie und die Behandlung mit Zytiga. Weitere Medikamente stehen kurz vor der Zulassung.

Es besteht Kontakt zwischen meiner Praxis und Studienzentralen in den umliegenden Universitätskliniken. So können Patienten in Studien mit neuen, vielversprechenden Medikamenten behandelt werden, bevor diese zugelassen werden.

Profunde Kenntnisse bestehen auch in der Schmerz- und Palliativtherapie. Zusammenarbeit mit den Brückeschwestern.
Informationen in Internet: www.urologenportal.de, www.prostata-krebs.de.

 

Blasenkrebs

  • Jede Blutung beim Urinlassen, vor allem wenn sie nicht schmerzt, ist verdächtig auf Blasenkrebs.
  • Gehen Sie zum Arzt! Nur die Blasenspiegelung kann die Diagnose stellen, der Ultraschall nicht. Die Blasenspiegelung ist heutzutage auch beim Mann durch die Verwendung von sehr dünnen und flexiblen Geräten und zusätzliche Sedierung eine wenig schmerzhafte Untersuchung! Raucher und Chemiearbeiter erkranken häufiger.
  • Blasenkrebs ist bei den meisten Menschen anfangs eine sehr kleine Erkrankung und durch alleinige Abhobelung (TUR-B) abgetragen werden. Dazu führt der Arzt in Narkose ein Sichtgerät durch die Harnröhre in die Blase, mit dem dann der Tumor abgetragen wird.
  • Ist der Tumor fortgeschrittener muss die gesamte Blasen entfernt werden. Heute kann bei vielen Patienten eine neue Blase aus Darmteilen gebildet werden.

Hodenkrebs

  • Meist eine Erkrankung des Mannes zwischen 20 und 40 Jahren, aber auch früher oder später.
  • Seltene Erkrankung mit etwa 3000 Neuerkrankten im Jahr in Deutschland. Männer mit Hodenhochstand in der Kindheit erkranken häufiger an Hodenkrebs.
  • Fast immer heilbar.
  • Deshalb: Wenn Sie oder die Patnerin eine meist schmerzlose Veränderung im Hodensack spüren, überwinden Sie Ihre Angst und Scham und kommen Sie.
  • Informationen im Internet: www.hodenkrebs.de

 

Nierenkrebs

  • Seltene Erkrankung
  • Wird heute meistens bei einem Routineultraschall festgestellt. Damit ist der Krebs klein. Bei der Operation kann dann nur der Krebs entfernt werden, die Niere bleibt meist erhalten. Die Operation kann zunehmend häufiger minimal invasiv erfolgen.
  • Bei fortgeschrittenen Erkrankungen können neuartige Medikamente, die gegen die Durchblutung und die Zellteilung wirken, hilfreich sein (Target Therapie).

 

Peniskrebs

  • Sehr seltene Erkrankung.
  • Meist beim älteren Mann zeigt sich eine Warze.